Zombie

Originaltitel: Dawn of the Dead
Land/Jahr: USA/Italien 1978
Lauzeit: Euro/Argento Cut: 114 min., Romero Cut: 137 min., Ultimate Final
Cut: 156 min. (alle uncut, die drei üblichen Versionen)
Drehbuch: George A. Romero
Regie: George A. Romero
Darsteller: David Emge (Stephen), Ken Foree (Peter), Scott H. Reiniger
(Roger), Gaylen Ross (Frannie)
Kostüme und Ausstattung: Josie Carosa, Barbara Lifsher
Kamera: Michael Gornick
Aufnahmeleitung: Zilla Clinton
Drehbuchberater: Dario Argento
Musik: GOBLIN in Zusammenarbeit mit Dario Argento
Deutsche Mischung: Roland Klick
Executive Producer: Richard P. Rubinstein für Laurel Group Inc.
Make-Up: Tom Savini
Medien:
DVD: ASTRO (Special Edition)
DVD: Laser Paradise Nachpressung Euro Cut
DVD: Laser Paradise (Red Edition)
DVD: Laser Paradise (Red Edition, Neuauflage)
DVD: Laser Paradise/Double Feature (Red Edition)
DVD: Laser Paradise/Evolution (Cut)
DVD: Laser Paradise/Final Cut/Christmas Box
DVD: Laser Paradise/Trilogy of the Dead - Box
DVD: X-Rated (Cut)
Kino: Neue Constantin (02.08.1979) (Cut)
Kino: UfA (Super-8-Film) (Cut)
Laserdisk: ASTRO - Limited Edition
Laserdisk: ASTRO/Ultimate Final Cut
Video: ASTRO
Video: ASTRO/Ultimate Final Cut
Video: Atlantis Video (Bootleg)
Video: GMT (Bootleg)
Video: Marketing (Cut)
Video: VPS (Cut)
Video: X-Raited
Video: X-Raited/Vz-Handelsgesel (Cut)
Ende der 70-ger: Ein unbekanntes Virus hat die Toten dazu gebracht, wieder
aufzustehen. Sie werden von einem unglaublichen Hunger nach frischem
Menschenfleisch getrieben. Ihre Opfer stehen ebenfalls wieder auf, um
ihrerseits auf Menschenjagd zu gehen. Gestoppt werden können sie nur, wenn
man ihr Gehirn irreparabel schädigt oder vom Rest des Körpers trennt.
Weil zuerst keine wirksamen Gegenmaßnahmen getroffen werden, können
sich die
Zmbies so weit ausbreiten, dass unter der Bevölkerung Panik ausbricht.
Die Polizei kommt kaum mehr mit ihnen klar und die Leute fliehen in Panik
mit Auto, Schiffen und Hubschraubern. Eine dieser Flüchtlingsgruppen besteht
aus einem Hubschrauberpiloten, einer Mitarbeiterin im Fernsehen und zwei
Mitglieder einer Polizei-Sturmtruppe.
Sie fliehen mit einem Hubschrauber bis zu einem der riesigen
Einkaufszentren, die sogar eigene Strom- und Wasserversorgung haben und in
denen man Jahrelang wie die Made im Speck leben kann. Sie sperren die
Eingänge, erledigen die restlichen Zombies darin und richten sich häuslich
ein (Und müssen leider ein Opfer beklagen).
Schließlich müssen sie einsehen, dass die wahre Gefahr nicht unbedingt
von
den Zombies kommen muss. Eine Gruppe von Rockern stößt auf das
Einkaufszentrum und bricht die Türen auf, zerstört das geschaffene
Paradis
und plündert die Läden. Einer der drei übrigen rastet aus und
beginnt einen
Kleinkrieg gegen die Rocker...
Dieser Film - meiner Meinung nach DER Zombieklassiker schlechthin (neben
Night of the Living Dead, der aber nicht so viel in der Filmgeschichte
verändert hat) - brachte damals dem Horrorfilm endgültig den Einzug
ins Kino
und zog duzente von Nachahmerfilmen nach sich, die auch ein Stück vom Ruhm
und - vor allem - des Geldes haben wollten.
Zur Vorgeschichte: 1968 - Ein unbekannter Ressigeur namens George A. Romero
dreht mit einem Mini-Büdge einen Schwarz-Weiß-Billigstreifen, der
für
damalige Verhältnisse äußerst brutale Bilder und rasante Schnitte
zeigte.
Der Film schockte die Nation - Nicht nur, weil er mit den Zombies
Kannibalismus erstmal fokussiert zeigte und damit zum schlimmsten Horrofilm
der damaligen Zeit zählte (Besonders schlimm: Ein Mädchen tötet
und isst die
eigene Mutter) sondern besonders weil ein "Schwarzer" der Anführer
der
Überlebenden wird und sogar eine "WEISSE" Frau SCHLAGEN durfte.
Das waren
Tabus, die damals in einem Film undenkbar waren. Obwohl die Sklaverei, die
Rassenbestimmungen, etc. schon abgeschafft waren, wurden die "Schwarzen"
oft
unterdrückt. Erstmals wurde dieses Thema in einem Film kritisiert und
brachte dem Film dadurch großen Erfolg, obwohl er gleichermaßen
von vielen
Menschen dafür gehasst wurde.
20 Jahre später wollte Goerge A. Romero diesen Schock und den Erfolg
wiederholen. Jedoch war so ein Film inzwischen nicht mehr das, was er
damals war. Durch das Kannibalenfilmgenre und auch durch Großproduktionen
wie Der Exorzist kamen erste brutale Horrofilme ins Programm und hatte so
den geneigten Zuschauer ein wenig abgehärtet. Ausserdem war das
Rassenproblem lange nicht mehr so stark, die Bevölkerungsschichten und
-gruppen tolerierten einander. Nun mussten größere Geschütze
aufgefahren
werden.
Dies bewerkstelligte Romero dadurch, dass er den Zuschauer ohne Vorwarnung
in den scheinbar schon laufenden Film hineinstößt, mitten in die
schon nahe
Apokalypse - bzw. schon laufende.
Gleichzeitig schildert er wieder in verstörenden Bildern und mit rasantem
Schnitt düster den Untergang mit einer bis dahin unbekannten Brutalität.
Da wird blutigst getötet, Köpfe explodieren und es gibt äusserst
realistische Fressszenen.
Heutzutage gibt es sowas zwar an der Tagesordnung (Naja, so gut wie), aber
das ist u.a. diesem Film zu verdanken.
Und dieses mal kritisiert er nicht nur die Rassengegensätze, sondern den
Mensch an sich. Denn im Film wird es so dargestellt, als wäre der Mensch
der
Grund für seine eigene Vernichtung (-> Die Rocker).
Er kritisiert auch das Konsumverhalten (Zombies wandern instinktiv zu den
Kaufhäusern, weil diese im Leben große Bedeutung für sie hatten,
die Rocker
setzen ihr Leben aufs Spiel, nur um sich Luxusgegenstände plündern
zu
können).
Er schockte sein Publikum mindestens genauso wie bei Night of the Living
Dead und öffnete die Tore für den breit produzierten und anerkannten
Horrofilm. Gleichzeitig wurde der Film selber des öfteren verboten und
nur
stark gecuttet gezeigt.
Trotzdem kann man ihn sich leicht uncut besorgen und das sollte man auch
tun.
Er ist zwar für heutige Verhältnisse gar nicht mehr sooo brutal und
die
Effekte sehen oft alt aus (Was sie ja auch sind), aber er ist ein Klassiker
und immer noch einen Blick wert.
Ich perönlich halte ihn für den besten Zombiefilm und das wird wohl
auch so
bleiben.
Momentan gibt es in Europa drei Hauptversionen des Films:
- Den alten Eurocut (Ist gleich dem Argento-Cut), der auch in den Kinos
lief. 114 min. lang ist er die kürzeste Uncut-Version, aber auch die
düsterste und apokalyptischte. Dieser Schnitt ist auch sehr actionlastig
und
beinhaltet nur Musik des GOBLIN-Soundtracks. Meine Lieblingsversion.
- Den Ultimate-Final-Cut, der eine neue Version darstellt (156 min.). Eine
Mischung aus dem Eurocut, dem Romero Cut und bisher unveröffentlichten
Szenen. Er ist zwar sehr interessant für Fans und zeigt am besten das Leben
der Hauptdarsteller, allerdings wechselt oft plötzlich der Ton von der
Euro
zu Romero Fassung oder andersrum und die neuen Szenen sind zwar mit den
selben Stimmen wie damals nachsynchronisiert, jedoch ist es ja klar, dass
die sich nach 20 Jahren ganz anders anhörten, so dass sich das dann doch
recht komisch anhört.
- Die Zombie 1 Langfassung ist gleich dem Ultimate-Final-Cut, nur dass
wirklich ALLE blutigen Szenen gnadenlos rausgeschnitten sind, so dass nur
noch mieser Murks übrig bleibt (141 min).
Es gibt auch noch den Romero-Cut, der zwischen dem Eurocut und dem
Ultimate-Final-Cut das Gleichgewicht darstellt, jedoch gibt es den so weit
ich weiss nicht in Deutsch. Diese Version, die in den US-Kinos lief dauert
137 min.
Im Fazit ist dieser Film der größte Klassiker des Zombiefilms und
zählt zu
den sehr guten Filmen im Horrorgenre allgemein. Auch wenn er inzwischen von
den Effekten, dem Ton und dem Bild ein wenig alt wirkt, ist und bleibt er
ein absolut sehenswertes Erlebnis, das in keiner Sammlung fehlen darf.
Qualität: 10
Härte: 7
Review ©by Splatterangel