Die Brut

 

Originaltitel: Brood, The
Alternativtitel: Clinique de la terreur, La Chromosome 3
Herstellungsland: Kanada
Erscheinungsjahr: 1979
Laufzeit: 88 min uncut
Regie: David Cronenberg
Musik: Howard Shore
Kamera: Mark Irwin
Darsteller: Oliver Reed, Samantha Eggar, Art Hindle, Henry Beckman, Nuala Fitzgerald, Cindy Hinds, Susan Hogan, Gary McKeehan, Michael Magee, Robert A. Silverman, Joseph Shaw, Larry Solway, Reiner Schwartz, Felix Silla, John Ferguson

Medien:
Video: Polyband (Toppic)

Jahrelang bin ich nun schon David Cronenberg Fan, so ziemlich alle Filme des kanadischen Filmemachers sind mir geläufig, doch "Die Brut", eines seiner ältesten Werke hab ich erst jetzt zu Gesicht bekommen. Doch das warten hat sich wahrlich gelohnt.
Der geniale Psychiater Dr. Raglan hat eine Therapiemethode entwickelt, bei der sich psychische Krankheiten in merkwürdiger Art und Weise manifestieren: Psychoplasmatik wird diese neue Heilmethode genannt. Der Familienvater Frank Carveth, dessen Frau Nola bei Dr. Raglan in Behandlung ist, ist beunruhigt. Seine Tochter weist Spuren schwerer Misshandlung auf und der Verdacht liegt nahe, dass die eigene Mutter, die in den Therapiephasen wie in Trance agiert, ihre Tochter aufs schwerste malträtiert. Als dann auch noch die Eltern von Nola getötet werden, nachdem sie mit Dr. Raglan in einer Therapiesitzung über diese gesprochen hat, bahnt sich ein schrecklicher Verdacht an: Nolas Therapie steht mit den Morden in direkter Verbindung. Durch ihre gedankliche Kraft steuert sie eine Horde entstellter, kinderähnlicher Wesen, die diejenigen töten, gegen die sich Noras Zorn richtet.....


Im direkten Vergleich zu anderen Cronenberg Filmen ist die Story von "Die Brut" erstaunlich einfach und unverworren. Auch der Erzählstil ist in diesem Frühwerk geradlinig und unkompliziert. Cronenberg möchte hier seine Zuschauer weder verwirren, noch auf falsche Fährten locken. Er will einfach nur Angst verbreiten. Und ich muss sagen, "Die Brut", die David Cronenberg da auf die Zuschauer los lässt hat es wahrlich in sich. Es gibt nur wenige Filme, nach denen ich sofort zum Lichtschalter gehechtet bin sobald das Bild Schwarz wird und der Abspann beginnt. "Die Brut" gehört aber definitiv dazu. Die Idee, kleine entstellte Kinder als mordende Bestien auf die Protagonisten loszulassen ist an sich schon eine Gänsehaut wert. Doch unter David Cronenbergs Inszenierung steigert sich das wohlige gruseln zum blanken Entsetzen. Es entsteht eine dermaßen unheilvolle Atmosphäre wenn diese kleinen Monster auftauchen, die einem einfach nur die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Anfangs ist es erst ein einziges Wesen das mordend durch den Film zieht, und es dauert eine ganze Zeit, bis man es vollständig zu Gesicht bekommt. Auch bei den ersten Attacken erkennt man nicht wirklich viel von dem Satansbraten. Man sieht nur ein kleines Geschöpf, das merkwürdige Geräusche macht und wie wild seine Opfer bearbeitet.... !!! Natürlich bekommt man das Wesen und seine Brüder und Schwestern im weitern Verlaufe des Films auch noch ganz zu Gesicht. Die gezeigten Morde sind zwar für David Cronenberg Verhältnisse eher unblutig, schockieren aber trotzdem durch ihre Radikalität. Besonders der Mord an der Kindergarten Lehrerin, die vor ihren Schülern von zwei "Brütlern" mit duzenden von Hammerschlägen getötet wird, lässt einen erst mal mit offenen Mund dasitzen.
Begleitet wird dieses mit grandioser musikalischer Untermalung von Howard Shore. Die Attacken der kleinen Monster werden von markerschütternden Klängen begleitet, die die Nerven des Zuschauers quasi blank liegen lassen. Auch die Geräuschkulisse unterstreicht die unheimliche Atmosphäre: "Die Brut" wird von verzerrtem kreischen, dass trotz aller Boshaftigkeit in irgendeiner Art kindlich wirkt, begleitet.
Das Ende ist, ganz Cronenberg typisch nicht vorher zu sehen, und behandelt Cronenbergs Lieblingsthema "the new flesh"..... !!!
"Die Brut" gehört meines Erachtens nach zu den erschreckendsten Filmen des Horrorgenres und stellt ein sehr frühes Zeugnis von Cronenbergs einmaligem Talent dar.... !!!

Review © by Leatherface

Bewertung Film:

Qualität: 10
Härte: 5

Bewertung VHS

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Extras: -
Cover/Artwork: -

Bewertung maximale Punktzahl 10 !