House of Dead


Originaltitel: House of the Dead
Regie: Uwe Boll
Uncut Spielzeit: 90:09 min

Darsteller: Jonathan Cherry, Tyron Leitso, Clint Howard, Ona Grauer, Ellie Cornell, Will Sanderson, Enuka Okuma, Kira Clavell, Sonya Salomaa, Michael Eklund
Herstellungsland/Herstellungsjahr: Deutschland/Kanada/USA, 2003

Inhalt:
Eine Gruppe von fünf Jugendlichen, zwei Jungs und drei Mädels, wollen zu einer Rave-Party auf einer Insel. Schon als sie ein Boot suchen, macht ein Bootsmann sie darauf aufmerksam, dass man lieber nicht zur „Isla de Morte“ (Insel des Todes) fährt, da es dort nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Davon lassen sich die fünf aber nicht einschüchtern und machen sich auf den Weg.
Angekommen finden sie nur die zerstörte Location der Party wieder und treffen auf einige andere Partybesucher. Diese erzählen, dass Zombies alle anderen Gäste getötet haben und zeigen ihnen ein Videoband mit Aufnahmen des Angriffs. So macht die Gruppe sich auf die Jagd durch den Wald nach den unbekannten Angreifern, unterstützt vom Kapitän des Boots, das sie gebracht hat, der einen Haufen Waffen dabei hat und einer Soldatin einer Spezialeinheit…
Ich bin mit keinen großen Erwartungen an den Film rangegangen. Doch bereits im Vorspann macht sich durch die Spielszenen aus den SEGA „House of the Dead“-Spielen Vorfreude breit, da ich die Games zu gern mit Lightgun in der Spielo gezockt habe. In der Einleitung werden kurz die Charaktere vorgestellt, und lange muss man auch bis zur ersten Goreszene (Hand in den Rücken und beim Bauch wieder raus) nicht warten. Der Film hat eine unglaubliche Geschwindigkeit, die nicht eine Sekunde abreisst. Es wird eine Vielzahl von Zombies geplättet, und das nicht gerade unblutig. Wo wir schon beim wichtigsten aller Faktoren wären: Die Zombies und die Effekte. In einem Wort: HAMMER! Gut, das Zombiedesign ist durchschnittlich und man hat das Auftreten dem neuen Jahrtausend angepasst. Einen Film ohne rennende und springende Zombies werden wir wohl nicht mehr vorgesetzt bekommen.
Aber ab davon passt alles. Es gibt reichlich Kopf- und Durchschüsse und hektoliterweise Kunstblut zu sehen. Boll bedient sich jedoch auch einem völlig neuen Element. Er verbindet beim „Splatterfest“ Film- mit Gameszenen. Das heisst, FILM: Mensch schiesst, SPIELSZENE: Zombie platzt. Das ging einigen von den Mitzuschauern gehörig auf den Sack, ich fand’s jedoch echt cool. Ausserdem gibt’s, was ich niemals erwartet hätte, Bullet-Time-Effekte én masse. Darunter auch die wohl beste BT-Szene ever: In Bullet-Time wird eine Shotgun auf einen Zombie abgefeuert, der seinerseits eine Axt in Richtung des schiessenden wirft. Die Kamera zoomt auf den Schrot, der sich langsam auffächert, vorbei an der Axt fliegt und den Zombie volles Programm erwischt. Sieht unglaublich geil aus!!!

Als kleine Gags werden Romero und sein Meisterwerk „Dawn of the Dead“ erwähnt. Ausserdem erinnern sowohl die Zombies, als auch die ganze Szenerie stark an Fulci’s Zombiegranate „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“.

Review © by Refu

Bewertung Film:

Qualität: 8
Härte: 7

Bewertung DVD
US Artisan

Bild: 10
Ton: DD 6.1; 9
Extras: 7
Cover/Artwork: 6

Bewertung maximale Punktzahl 10 !

 

Videospiel- Verfilmungen stehen immer noch recht hoch im Kurs. Auch wenn bis heute nicht ein wirklich guter Film entstanden ist, der auf einem Videospiel basiert, geht der Trend weiter. Der mittelprächtige „Resident Evil“ geht bald in die zweite Runde, „Tomb Raider“ hat diese schon hinter sich, und auch Uwe Boll, der Regisseur von „House of the Dead“ will dem Videospielen treu bleiben. Der schon abgedrehte „Alone in the dark“ wartet nur noch auf einen Verleih und demnächst will der Regisseur auch noch „Blood Rayne“ auf die große Leinwand bringen. Ob man sich nun darüber freuen soll sei mal dahin gestellt, denn was Uwe Boll mit „House of the Dead“ fabriziert hat, bekleckert ihn nicht gerade mit Ruhm.
Ein paar College Studenten wollen auf einer Insel eine Rave Party feiern. Doch leider verpassen sie das richtige Schiff. Also heuern sie den Waffenschmuggler Kirk an, der sie auf die Insel schippert, ohne zu ahnen, dass mittlerweile eine Horde von Zombies die Rave Party auf gemischt haben. Nun muss sich der kleine Haufen gegen diese Übermacht von Untoten zur Wehr setzten... mehr Story gibt’s leider nicht.
Um ehrlich zu sein, ich habe versucht diesen Film zu mögen. Ich habe meine Erwartungen sehr weit zurück geschraubt und mich auf ein schön schwachsinniges Guts´n Gore Spektakel gefreut. Aber selbst mir wurde es schnell zu bunt. Denn in diesem Machwerk regiert nur eins: Dilettantismus. Das geht schon bei den Charakteren los. Figurenzeichnung ist für Uwe Boll wohl ein Fremdwort, und so werden uralt- Klischees aus der Mottenkiste gekramt wie zB. den mürrischen Kapitän, seinen nervigen Bootsmann, den reichen Schönling, das blonde Dummchen, die toughe Polizistin usw. !!! Selbstverständlich habe ich keine tiefgründigen Charaktere erwartet, allerdings auch keine vollkommen untalentierten Knallchargen, die einem total am Arsch vorbeigehen. Die Schauspieler, wenn man sie so nennen will, sind beinahe alle ein Totalausfall. Die Hauptdarstellerin trägt ihre einzigen Talente in ihrem knappen Oberteil, der männliche Hauptpart rennt nebenher mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck und alle anderen dürfen rennen, kreischen, ballern und sterben... !!! Einzig und allein Jürgen Prochnow kann in einigen Szenen so etwas wie einen ironischen Unterton in seine Rolle projizieren, obwohl er einem hier, aufgrund seines verschwendeten Talentes, schon fast leid tun kann. Als wenn die Schauspieler nicht schon schlecht genug wären, müssen sie sich auch noch mit Dialogen, die in ihrer Dämlichkeit wohl ihresgleichen suchen, herumschlagen. Um ein paar Highlights zu nennen: Auf dem Boot gibt der Bootsmann (übrigens gespielt vom immer wieder gern gesehenen Clint Howard) dem Blondchen ein Kreuz zum Schutz vor Bösen Geistern. Begleitet mit folgenden Dialog:
„Ich will das sie das tragen...!“... „Warum denn...??“.... „Es soll sie beschützen...!“.... „Nicht nötig, ich nehme die Pille.. !!“ oder als die Truppe auf der Insel an einem brodelnden Tümpel vorbeigeht: „Sieht so aus als hätte einer ins Wasser gefurzt“... „Ja, so viele Blasen.... !!!“
Kann man dem Film hier noch den Versuch attestieren Humor aufzubauen, so steigert sich das ganze im weiteren Verlauf in solche rhetorischen Katastrophen wie: „Das Blut in den Behältern, dass Labor mit den Kreaturen, all das haben sie nur für ihre Unsterblichkeit geschaffen.... wieso... ???“.... „Damit ich ewig lebe.... !!!“ .... Argh.... !!!!


Logik... das schien ein weiteres Fremdwort für Mister Boll zu sein. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht der Typ, der bei Übertreibungen in Filmen den Kopf schüttelt, oder sich sofort über Logikschwächen aufregt, aber selbst meine hohe Toleranzgrenze in dieser Hinsicht hat nichts genützt. Denn „House of the Dead“ bietet dermaßen riesige Logikfehler, dass das Gesamtbild beinahe zu vollkommenen Schwachsinn verkommt. Ich frage mich ernsthaft, wie Dutzende Handfeuerwaffen, Granaten, Dynamitstangen und Gewehre in eine Holzkiste passen, die nicht größer ist als eine Bierkiste. Und warum können plötzlich alle Figuren im Film rumkloppen wie Bruce Lee, ballern wie Rambo und durch die Luft springen wie Neo, wenn sie doch anfänglich nur kreischend und ängstlich durch die Gegend gerannt sind... ???? Des weiteren scheinen alle Waffen im Film mit unendlicher Munition ausgestattet zu sein, denn nach geladen wird so gut wie nie. Da fällt mir übrigens noch eine der dämlichsten Szenen des Filmes ein, in der die Charaktere vor der Tür des Hauses stehen, sich über fürchterlichen Munitionsmangel beklagen, dabei aber schön munter weiter ballern („Ich hab nur noch eine Kugel...“ BAM BAM BAM... „Ich auch...!!“ BAM BAM BAM)...


Wo wir gerade beim Thema sind: das Titel gebende Haus der lebenden Toten ist auch eher ein schlechter Witz, da das Ding kaum größer ist als die Holzhütte in „Tanz der Teufel“... !!! Außerdem spielen sich nur wenige Szenen in diesem ab, so dass man den Film auch getrost „Island of the Dead“ hätte nennen können. Also, fassen wir noch mal zusammen: Schauspieler gibt’s nicht, die Dialoge sind ein Graus und Atmosphäre oder Spannung will durch die riesigen Logikpatzer und der fehlenden Identifikation mit den Hauptdarstellern nicht aufkommen. Es gibt als nur noch eins, wovon sich der geneigte Fan Rettung erhofft: GORE... !!! Und tatsächlich, der Gewaltfaktor ist das einzige was in diesem Film stimmt. Es gibt etliche Headshots und Körpertreffer, Blut spritzt reichlich. Doch was negativ auffällt ist die Tatsache, dass die Zombies zwar blutspritzend von der Bildfläche geputzt werden, sobald aber ein Mensch dran glauben muß recht voreilig ausgeblendet wird. Der Gewaltfaktor ist aber dennoch sehr hoch, doch rettet das den Film vor der Pleite ??? Nein, denn Uwe Boll überfrachtet die Actionsequenzen total mit visuellen Spielereien, wie zB. etlichen „Bullet- Time“- FX. Dazu kommen noch vollkommen sinnlose Einstellungen, in denen die Hauptfiguren einfach nur ballernd in der Gegend herum stehen und die Kamera um sie herum rotiert. Was diese Einstellungen letztendlich bezwecken sollen weiß wohl nur der Regisseur selber... !!! Ein „Stilmittel“ jedoch hat mich fast zur Weißglut getrieben, und zwar die Verwendung von Spielszenen im Film. Anfänglich werden diese nur als Überblendung zur nächsten Szene benutzt, doch später werden sie auch als Tötungsszenen für die im Film erschossenen Zombies eingesetzt. Und so versaut uns Uwe Boll die wohl einzige passable Szene im Film, nämlich den Sturm auf das Haus, bei dem etliche Zombies in einem wahren Massaker dahinscheiden, mit seinen ewigen Spielschnipseln und seinem Stakato- Schnitt Overkill... !!! Wie kann man als Regisseur nur auf so eine behämmerte Idee kommen, denn diese Spielschnipsel zerstören sämtlichen Drive, den die Szene möglicherweise hätte entwickeln können. Auch der Rest des Films wirkt stellenweise wie mit dem Fleischermesser zusammen geschnitten. So geht schon mal die Übersicht verloren, wer jetzt wo gerade wen abmurkst... !!!


Ich kann es nicht anders sagen, „House of the Dead“ ist ein totaler Reinfall. Jeder, der jetzt mit dem „Trash“- Argument um die Ecke kommt, dem sei gesagt, dass das hier kein wahrer Trash ist. Trash bedient sich immer einer gewissen Ironie und einer gewollten Billigkeit. Ironie sucht man hier, bis auf ein paar Querverweise auf andere Filme (zB. „Dawn of the Dead“) vergebens, da nützen auch keine Anspielungen auf Prochnows Rolle in „Das Boot“ („Ein echter U- Boot Kommandant... !“) oder der „Captain Kirk“- Gag. Das ganze nimmt sich in seiner unfreiwilligen Komik einfach viel zu ernst.
Nein, dieser Mist hier ist nicht „schlecht gewollt“, das ist einfach „nicht besser gekonnt“.

 

Review © by Leatherface

Bewertung Film:

Qualität: 2
Härte: 7

Bewertung

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Extras: -
Cover/Artwork: -

Bewertung maximale Punktzahl 10 !